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Website-Relaunch: woran Sie merken, dass es Zeit ist

Sieben Anzeichen, die sich in zehn Minuten selbst prüfen lassen, der Unterschied zwischen Relaunch und Überarbeitung, und der eine Fehler, der beim Umzug am meisten kostet.

7 Min. LesezeitInsights & WissenVon Ardian Januzi, Co-Founder
Website-Relaunch: woran Sie merken, dass es Zeit ist

1. Sieben Anzeichen, die sich selbst prüfen lassen

Die Frage "brauchen wir eine neue Website" wird meistens nach Gefühl beantwortet, oft nachdem jemand eine schönere gesehen hat. Besser ist, man prüft ein paar Dinge nach, die sich tatsächlich messen lassen. Alles hier geht in zehn Minuten, ohne Werkzeuge, die Geld kosten.

  • Sie wissen nicht, wie viele Anfragen die Seite bringt. Das ist das erste und wichtigste Anzeichen. Wenn niemand sagen kann, ob im letzten Monat zwei oder zwanzig Anfragen über die Website kamen, ist nicht die Optik das Problem.
  • Auf dem Handy dauert es zu lange. Rufen Sie Ihre Startseite am Telefon auf, über das Mobilfunknetz, nicht über WLAN. Wenn Sie bis zum ersten lesbaren Text mehr als drei Sekunden warten, verlieren Sie an dieser Stelle Besucher, und zwar bevor sie irgendetwas gesehen haben.
  • Die wichtigste Information steht nicht oben. Zeigen Sie die Startseite jemandem, der Ihren Betrieb nicht kennt, fünf Sekunden lang, dann weg. Fragen Sie, was Sie anbieten und für wen. Wenn die Antwort nicht kommt, liegt es nicht am Betrachter.
  • Es gibt keinen klaren nächsten Schritt. Auf jeder Unterseite sollte sichtbar sein, was man als Nächstes tun kann. Anrufen, schreiben, Termin ausmachen. Seiten, die nur informieren und dann aufhören, bringen keine Anfragen.
  • Die Inhalte stimmen nicht mehr. Leistungen, die Sie nicht mehr anbieten, Mitarbeiter, die nicht mehr da sind, Preise von vorgestern. Das merken Besucher schneller, als man denkt, und es kostet Vertrauen.
  • Sie können nichts selbst ändern. Wenn jede Kleinigkeit über jemand anderen läuft, wird die Seite irgendwann nicht mehr gepflegt. Nicht aus Faulheit, sondern weil die Hürde zu hoch ist.
  • Die Rechtstexte sind alt. Impressum und Datenschutzerklärung veralten still. Wenn dort noch Dienste stehen, die Sie nicht mehr nutzen, oder Dienste fehlen, die Sie eingebaut haben, gehört das in Ordnung gebracht, unabhängig vom Rest.

Ein oder zwei Treffer heißen nicht Relaunch. Ab vier wird es einer.

2. Relaunch oder Überarbeitung

Die beiden werden oft in einen Topf geworfen, kosten aber sehr unterschiedlich viel.

Eine Überarbeitung heißt: Struktur und Technik bleiben, Texte, Bilder und einzelne Seiten werden neu gemacht. Das ist der richtige Weg, wenn die Seite grundsätzlich funktioniert, aber inhaltlich nicht mehr passt oder keine Anfragen bringt. In vielen Fällen löst das genau das Problem, das man eigentlich hat.

Ein Relaunch heißt: Die Seite wird neu gebaut. Das ist dann richtig, wenn die Technik dahinter nicht mehr trägt, wenn die Seite auf dem Handy nicht funktioniert, wenn die Struktur gewachsen und unübersichtlich geworden ist, oder wenn sich der Betrieb so verändert hat, dass die alte Gliederung nicht mehr passt.

Die ehrliche Reihenfolge ist: erst schauen, ob eine Überarbeitung reicht. Wer gleich mit dem Neubau anfängt, zahlt oft für etwas, das er nicht gebraucht hätte.

3. Der Fehler, der beim Umzug am meisten kostet

Es gibt einen Fehler, der bei fast jedem Relaunch passiert und der mehr kostet als alles andere: Die alten Adressen werden nicht weitergeleitet.

Wenn eine Unterseite vorher unter einer Adresse erreichbar war und nach dem Relaunch unter einer anderen, dann läuft alles, was auf die alte Adresse zeigt, ins Leere. Jeder Link von außen, jeder Eintrag in einem Verzeichnis, jedes Lesezeichen und jedes Suchergebnis, das Google noch gespeichert hat. Technisch braucht es dafür eine Weiterleitung mit dem Statuscode 301, die sagt: Diese Seite ist dauerhaft woanders.

Das ist keine Theorie. Wir haben das im September an unserer eigenen Seite gesehen. Nach einem früheren Umzug waren sechs alte Adressen übrig geblieben, die ins Leere liefen, darunter zwei Artikel, die vorher Besucher hatten. Gemerkt haben wir es erst, als wir die Search Console systematisch durchgegangen sind. Die Korrektur war eine knappe Stunde Arbeit. Die Monate davor waren verloren.

Deshalb gehört in jedes Relaunch-Projekt eine Liste: alte Adresse, neue Adresse, Weiterleitung eingerichtet ja oder nein. Wer die Liste nicht bekommt, sollte danach fragen, bevor die neue Seite online geht.

4. Was ein Relaunch nicht löst

Drei Dinge, die sich durch eine neue Website nicht von selbst erledigen.

Zu wenige Besucher

Eine neue Seite wird nicht automatisch gefunden. Wenn heute kaum jemand auf Ihrer Website landet, ist das ein Sichtbarkeitsproblem, und das bleibt nach dem Relaunch genau so bestehen.

Ein Angebot, das nicht klar ist

Wenn Sie selbst nicht in zwei Sätzen sagen können, für wen Sie arbeiten und was Sie besser machen, kann das keine Website für Sie erfinden. Dieser Teil passiert vor dem Design, nicht danach.

Fehlende Pflege

Eine Seite, die nach dem Launch niemand mehr anfasst, ist in zwei Jahren wieder dort, wo die alte war. Wer den Relaunch macht, sollte gleich mitplanen, wer danach die Inhalte aktuell hält.

Fazit

Gehen Sie die sieben Punkte durch und zählen Sie. Bei ein oder zwei Treffern reicht eine Überarbeitung, meistens an den Texten. Ab vier lohnt sich das Gespräch über einen Neubau.

Und falls es ein Relaunch wird: Bestehen Sie auf der Weiterleitungsliste. Das ist der billigste Punkt im ganzen Projekt und der teuerste, wenn er fehlt.

Wie wir Seiten bauen, die Anfragen bringen, steht auf unserer Seite zu Webdesign.

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